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Stadtsteinacher Heimatmuseum

Stadtsteinacher Heimatmuseum

Kulmbacher Straße 11

95346 Stadtsteinach

Wer die Kulmbacher Straße in Stadtsteinach hinauffährt, sieht es sofort, das Heimatmuseum von Stadtsteinach. Hinter seiner Fachwerkfassade befinden sich Hunderte von Exponaten - von der Ansichtskarte bis hin zur kompletten Schusterwerkstatt. 

Immer am 1. und 3. Sonntag im Monat und dem darauffolgenden Donnerstag geöffnet.

Außerhalb der Öffnungszeiten können Gruppenbesuche nach vorheriger Anmeldung durchgeführt werden.

Gruppenanmeldung unter der Telefonnummer: 09225/9578-0 oder -24

Der Besuch des Museums sowie Gruppenführungen sind gebührenfrei !

 

 

 

 

Sonderausstellung vom 08.10.2017 bis 07.01.2018

Gerätschaften aus dem Friseurhandwerk

Haareschneiden war ganz früher das Wenigste, das ein Bader zu tun hatte. Man würde ihn heutzutage vielleicht als Hygiene-, Schönheits- und Gesundheitsbeauftragten bezeichnen: Friseur, Kosmetiker, Sanitäter und Dentist in einer Person. Einen Eindruck davon kann man im historischen Badhaus in Kulmbach bekommen. Utensilien und Gerätschaften aus dem sich daraus entwickelten Friseurhandwerk sammelt seit vielen Jahren der Stadtsteinacher Friseurmeister Thomas Ploner. Einen Teil seiner Sammlung stellt er im  Stadtsteinacher Heimatmuseum aus.

Ein hängender Teller, wie einer zurzeit gleich am Eingang zum Heimatmuseum steht, war ursprünglich kein Zunft- oder Gewerbezeichen der Friseure. Der Bader hängte vielmehr eine Schüssel an seiner Tür auf, wenn das Badewasser heiß genug und alles für die Kunden bereitet war, erzählt Thomas Ploner. Dann konnte man auch unter anderem zum Haareschneiden auf einem Frisierstuhl aus neuerer Zeit Platz nehmen, dem man nicht gleich alle Raffinessen ansieht: Nicht nur die Lehne ist bequem neigbar; man kann sogar die Sitzfläche umdrehen, so dass man sich nicht auf das vom vorherigen Kunden "angewärmte Polster" setzen musste. In Glasvitrinen stellt Thomas Ploner allerlei Gerätschaften aus, die die Älternen teils noch am eigenen Kopf erlebt haben: Von Hand betriebene Haarschneidmaschinen, Rasiermesser, aber auch, schon "moderner", Rasierklingen, die der Friseur damals noch nachgeschliffen hatte. "Überhaupt," erzählt Ploner, "waren die Friseure früher die meiste Zeit mit Nachschleifen beschäftigt," mit Ölsteinen und auch auf Lederstreifen, auf die eine spezielle Schleifpaste aufgetragen wurde. Denn nur mit scharfem Gerät kann man auch ordentlich arbeiten.

 

Verbrannt und versengt

Abenteuerlich muten Gerätschaften an, mit denen man früher Locken drehte. Zum Beispiel wurden Haare auf Wickler gedreht, auf die wiederum mit einer Heiztrommel aufgeheizte Elemente aufgeklammert wurden. Und dann gibt es auch Brennstäbe: Heiße Zangen, mit denen die Haare aufgerollt - und manchmal auch versengt wurden, wenn sie zu heiß waren. Friseure brauchten also viel Erfahrung, mit den Gerätschaften umzugehen. Auch mit Föhnen: Die ersten elektrischen heizten ganz stur, und man musste rechtzeitig fertig sein, bevor der Föhn zu heiß wurde. Vom ersten Ploner‘schen Friseur in Stadtsteinach erzählt man, dass ihm einmal beim Föhnen die Metalldüse des Föhns in den Kragen eines Kunden gefallen sei, weshalb dieser wegen seines verbrannten Nackens sicher kein Trinkgeld gegeben haben dürfte.

1908 hat ein Georg Ploner den ersten Salon neben dem Rathaus am Marktplatz eröffnet. Der hatte, berichtet Thomas Ploner, sogar noch die Approbation zur Zahnbehandlung und habe sogar Zahnersatz bis hin zu ganzen Gebissen fabriziert. "Auf Kautschukbasis. Das heißt das, was als Zahnfleisch jetzt aus rotem Kunststoff ist, war damals schwarz."

Im eigenen Fundus hat das Heimatmuseum eine per Fuß angetriebene Zahnbohrmaschine, die Alfred Neupert zurzeit zu den Exponaten aus dem Friseurhandwerk gestellt hat.

Die Ausstellung wird zu den üblichen Öffnungszeiten des Heimatmuseums bis Weihnachten zu sehen sein.

 

Bericht und Bild: Bayerische Rundschau - Klaus Klaschka

Anton Nagel

Gründer und ehemaliger Leiter des Stadtsteinacher Heimatmuseums

Das Stadtsteinacher Heimatmuseum ist das Lebenswerk von Herrn Anton Nagel, der sich von früher Jugend an für seine Heimatstadt eingesetzt hat. Wie kein anderer war Herr Nagel an der Geschichte, an der Vergangenheit und an historischen Sachverhalt der Stadt interessiert. Er hatte eine Vision die er zielstrebig umsetzte. Stadtsteinach braucht ein Museum in einem eigenen Gebäude. Im Schuppen der alten Fahrrad-Werkstatt Klöthe schlug 1979 die Geburtsstunde des Stadtsteinacher Heimatmuseums. Vier Jahre später zog die Einrichtung in das alte Schulhaus beim Anwesen Knoll um, seit 1989 findet man die Exponate im ehemaligen Sammethaus, das von der Stadt liebevoll umgebaut worden ist. Die Zeit, die Anton Nagel arbeitend in diesem Haus verbrachte summiert sich auf Jahre. Er verwaltete nicht nur das Stadtsteinacher Heimatmuseum, er war das Stadtsteinacher Heimatmuseum.

Die Stadt Stadtsteinach würdigte den Einsatz von Herrn Anton Nagel mit einer ihrer höchsten Auszeichnungen, die sie zu vergeben hat. Am 19. September 1985 verlieh sie ihm in einem Festakt die Bürgermedaille.

Am 07. August 1999 verstarb Herr Anton Nagel im Alter von 74 Jahre nach schwerer Krankheit.

Feuerschutz
Schusterwerkstatt

Wissenswertes

Seit nunmehr über 30 Jahren existiert das Stadtsteinacher Heimatmuseum und gibt Zeugnis über die Entwicklung der ehemaligen Kreisstadt im Frankenwald.

So mancher Besucher schwelgt in der Erinnerung seiner Jugend und Kindheit bei der Besichtigung der vielen Exponate, die das Museum beherbergt.

Das Stadtsteinacher Heimatmuseum befindet sich seit 1989 in einem Fachwerkbau des 17. Jahrhunderts an der Kulmbacher Straße unterhalb der Stadtpfarrkirche St. Michael. Das heutige Museumsgebäude hieß einst Torhaus, da dort der Torwächter für das damalig angrenzende Stadttor wohnte.

Im Heimatmuseum finden Sie in 13 Räumen mit 250 qm Ausstellungsfläche Geräte von Handwerkern (Schuhmacher, Schneider, Gerber, Sattler, Zimmerleute, Schreiner), aus Land- und Forstwirtschaft, ferner Maschinen sowie Zeugnisse der Volksfrömmigkeit, der Stadt- und Kirchengeschichte und der Schulgeschichte, sowie Exponate einer naturhistorischen Sammlung.

Projekt-Seminar für das Stadtsteinacher Heimatmuseum

MUSbi – die Web-App für qualifizierte museumspädagogische Programme in Oberfranken für Schulklassen

Lehrer finden hier schnell das passende Angebot für ihre Schulklasse. Zahlreiche Suchfunktionen nach Themen, Fächern, Jahrgangsstufen, Schularten u. a. erleichtern den Zugriff und die Vorbereitung des geplanten Museumsbesuches.

MUSbi – must be!

Schüler können über die Web-App selbst Programme suchen, die der Klasse Spaß machen. Alle oberfränkischen Museen sind eingeladen, MUSbi-Museum zu werden und ihre Angebote auf musbi.de einzustellen. Gerne beraten wir Sie!

KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken

MUSbi ist ein bayernweites Modellprojekt der KulturServiceStelle des Bezirks Oberfranken und des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Fachlicher Partner ist das Museumspädagogische Zentrum, München.

 

Projektvorstellung für das Stadtsteinacher Heimatmuseum als PDF-Datei zum download